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Unter David Gear, Direktor, Leiter der Abteilung Großschäden, Schottland und Nordirland

In einer Zeit wachsender globaler Unruhe und Unsicherheit sind die Auswirkungen in allen Branchen zu spüren - auch im Versicherungswesen. Während Sachversicherungen gegen eine Vielzahl von Risiken schützen sollen, haben die jüngsten Ereignisse im Vereinigten Königreich deutlich gemacht, wie weniger bekannte Ausschlüsse in der Police den Schadenverlauf erheblich beeinflussen können. Die folgenden Beispiele verdeutlichen, wie komplex und ungewöhnlich der Verlauf eines Schadensfalls werden kann, wenn Ausschlüsse ins Spiel kommen.

1. Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg und die Kriegsverbotsklausel

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie die Vergangenheit die Gegenwart auf unerwartete Weise prägen kann, ist ein Fall, in den die Universität Exeter verwickelt ist und der die Aufmerksamkeit erneut auf die Komplexität von Versicherungsausschlüssen lenkt. Im Jahr 2021 wurde eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und in einer kontrollierten Explosion sicher zur Explosion gebracht. Während das unmittelbare Ereignis mit Sorgfalt gehandhabt wurde, führte der daraus resultierende Sachschaden zu einem Rechtsstreit über die Deckung.

Das Gericht entschied schließlich, dass der Schaden aufgrund der Kriegsausschlussklausel der Police ausgeschlossen war - nicht weil die Detonation selbst eine Kriegshandlung war, sondern weil die ursprüngliche Ursache (der Abwurf der Bombe im Zweiten Weltkrieg) als unmittelbare Ursache des Schadens angesehen wurde. Diese Auslegung ist zwar rechtlich einwandfrei, mag aber für die Betroffenen kontraintuitiv erscheinen.

Das Wichtigste zum Mitnehmen:

Selbst wenn der Schaden Jahrzehnte nach dem ursprünglichen Ereignis eintritt, kann die Deckung verweigert werden, wenn die Ursache mit einer ausgeschlossenen Gefahr wie Krieg zusammenhängt. Dieser Fall verdeutlicht auch, wie Gerichte "gleichzeitige unmittelbare Ursachen" auslegen - wenn eine ausgeschlossen ist, kann der gesamte Anspruch abgelehnt werden. Der Fall erinnert daran, wie wichtig es ist, das Kleingedruckte zu verstehen, insbesondere bei Altlasten oder ungewöhnlichen Szenarien.

2. Politisch motivierte Brandstiftung: Wann Ausnahmen gelten können

In dem komplexen globalen Klima von heute sind politisch motivierte Gewalt- und Sabotageakte leider immer häufiger zu beobachten - und ihre Auswirkungen können verheerend sein. Bei einem der jüngsten Vorfälle handelte es sich um einen gezielten Brandanschlag auf ein gewerbliches Lagerhaus, der zu erheblichen Sachschäden und Geschäftsunterbrechungen führte. Auch wenn die Motive für solche Taten in internationalen Konflikten oder politischen Ideologien begründet sein mögen, so sind die Folgen für die betroffenen Unternehmen und Gemeinden doch sehr spürbar.

Auswirkungen auf die Versicherung:

Die meisten gewerblichen Sachversicherungen schließen Schäden aus, die durch Terrorismus, Sabotage oder politisch motivierte Handlungen verursacht wurden, es sei denn, es besteht eine spezielle Terrorismusversicherung. In Fällen wie diesem können die Versicherer das Ereignis so auslegen, dass es unter einen dieser Ausschlüsse fällt, was eine erfolgreiche Klage erschweren oder sogar verhindern kann.

Das Wichtigste zum Mitnehmen:

Wenn Ihr Unternehmen in einem öffentlichkeitswirksamen oder politisch sensiblen Bereich tätig ist, lohnt es sich, Ihre Police zu überprüfen und eine Terrorismusversicherung als zusätzlichen Schutz in Betracht zu ziehen. Proaktives Handeln kann den Unterschied ausmachen, wie schnell und umfassend Sie sich von einem unerwarteten Ereignis erholen.

3. Ideologisch aufgeladener Vandalismus: Wo die Deckung kompliziert werden kann

In den letzten Jahren haben wir eine Zunahme von Demonstrationen im Zusammenhang mit Aktivisten beobachtet, die zu Sachschäden führen - von mit Farbe bespritzten Gebäuden bis hin zu verunstalteten Schildern und gestörten Abläufen. Auch wenn diese Taten als einfacher Vandalismus erscheinen mögen, können die ihnen zugrunde liegenden Beweggründe zu einer komplizierten Situation führen, wenn es um den Versicherungsschutz geht.

Auswirkungen auf die Versicherung:

Die meisten Standardpolicen für Gewerbeimmobilien decken böswillige Schäden oder Vandalismus ab. Wenn ein Vorfall jedoch als politisch motiviert angesehen wird - oder wenn die verantwortliche Gruppe später als terroristische Organisation eingestuft wird - können sich die Versicherer auf Ausschlüsse in Bezug auf Terrorismus oder Sabotage berufen. Dies kann dazu führen, dass Unternehmen, deren Versicherungspolicen solche Risiken nicht explizit abdecken, einem unerwarteten Risiko ausgesetzt sind.

Das Wichtigste zum Mitnehmen:

Auch hier gilt: Wenn Ihr Unternehmen in einem öffentlichkeitswirksamen oder politisch sensiblen Bereich tätig ist, sollten Sie den Wortlaut Ihrer Police sorgfältig prüfen. Wenn Sie verstehen, wie Ihr Versicherungsschutz in diesen differenzierten Situationen gilt, können Sie sich auf das Unerwartete vorbereiten - und sicherstellen, dass Sie geschützt sind, wenn es am wichtigsten ist.

Abschließende Überlegungen

Diese Fälle zeigen, dass Ausschlussklauseln nicht nur juristisches Kleingedrucktes sind, sondern dass sie darüber entscheiden können, ob Sie eine Auszahlung erhalten oder nicht. Da sich die Bedrohungen weiterentwickeln, von Kriegsüberresten bis hin zu Cyber-Sabotage und politischem oder terroristischem Aktivismus, ist es entscheidend,:

  • Verstehen Sie Ihre Ausschlüsse
  • Bewerten Sie Ihre Risikoexposition
  • Erwägen Sie bei Bedarf die Abdeckung durch Spezialisten